Archiv für die Kategorie ‘Hallo dem Kind in mir!’
Auf der Suche nach dem passenden Ich
Jetzt vermuten vermutlich ein paar von Euch irgendwas Hochtrabendes, Philosophisches und den Geist kitzelndes. Tut mir leid, dass ich Euch enttäusche. Und vermutlich auch wieder mich selbst, denn das letzte Mal, als ich Euch, liebe Leser, ohne die ich wirklich nichts wäre, bloß ein Dödel, der Zeug in seinen PC hackt, um eine Meinung zu meinem Äußeren gebeten habe, haben sich nur Amynd und Bekki dazu herabgelassen, mir ein paar Tips zu geben. Diesmal soll es jedoch um mehr gehen als nur die Art und Weise, wie ich mit meinem Gesichtshaar umgehe. Diesmal geht es um mein ganzes, höchstpersönliches Selbst, die Art und Weise wie ich mich der Welt präsentiere, mein erster Eindruck, mein optisches Aushängeschild, den repräsentativen Teil meines Ichs: meinen Avatar.
Vielleicht hat der eine oder andere mitbekommen, dass ich meinen Avatar vom sonst üblichen Locke Cole geändert habe in Roy Greenhilt, solange ich nach meiner letzten Mail an APE noch auf die neueste Ausgabe der OotS-Comics warten muss. Ähnlich wie das 8 Bit-Theater in meiner Signatur ist The Order of the Stick ein Webcomic, den in diesem Fall der Pen&Paper-Fan Rich Burlew eines Tages mehr aus Spaß an der Freude als mit weitergehenden Ambitionen ans Licht der Welt gezerrt hat. Die Zeichnungen sind absichtlich sehr einfach gehalten; faktisch heißt die Serie deshalb auch Order of the Stick, denn es handelt sich letztendlich um Strichmännchen (wobei das Prequel “The Origin of PCs” eine andere Erklärung bietet^^). Die Serie, die anfangs vor allem Witze über das heilige Regelwerk von P&P und AD&D machte und damit bei den Fans ankam, wurde inhaltlich immer komplexer, Burlew entwickelte einige umfangreiche Storybögen und die Serie wurde allgemein populär im Internet. So populär, dass Rich, anders als Brian Clevinger, der Mann hinter dem 8 Bit-Theater (der ja leider auch nicht die Rechte an seinen Figuren hat; Square-Enix rücken sie nicht einfach so heraus), inzwischen vom Erfolg seiner Comics bzw. dem Merchandising für eben diese leben kann. Ein erstaunliches Vergnügen, das nur wenige Webcomicautoren teilen, sofern sie sich nicht an eine der großen Vermarktungsgesellschaften verkaufen möchten, wie es David Craig Simpson, der sympathische Schöpfer von Ozy and Millie (aktuellster Strip) und I drew this, Jim Davis gerne mal vorwirft.
Was ich erst seit den Reliquien weiß, nämlich, dass die Leute ungern längere Geschichten nur im Internet lesen, hatte Rich schon wesentlich früher begriffen und gab daher auf mehrfachen Wunsch seine Serie in gut abgepackten Dosen in Qualitätsdruck, wobei er die käuflich zu erwerbenden Druckversionen noch mit Bonuscomics und Hintergrundmaterial würzte, wie beispielsweise umfangreichen Kommentaren zu den einzelnen Strips (was D.C.Simpson allerdings auch schon ein paar Jahre länger macht bei seinen Druckalben). Alle paar Monate, bzw. wenn ein weiterer Story-Arc abgeschlossen ist, wird dann ein entsprechendes Comicalbum herausgebracht. Mit dem aktuellen Büchlein, War & XPs, sind es inzwischen drei Alben zur Hauptgeschichte und zwei mit Hintergrundstrips zu Protagonisten und Antagonisten und edlem Schwarzweiß, die quasi die zeitliche Lücke zwischen den Albumreleases füllen.
Am 27.08. gelangte “War & XPs” in die US-Läden (meistens Shops für Gamer). Als alter Fan hatte ich die Preorder-Möglichkeit bis zum 13.08. genutzt, zumal man dann auch ein Gimmick in Form eines Kühlschrank-Magneten mit einem Bild der Figur Elan, eines charmanten, doch unfassbar dämlichen Barden, geschenkt bekommen sollte. Okay, der Kühlschrank unten in der Küche eignet sich nicht für Magneten und der hier oben, der meiner sein wird, wenn denn der ganze Schrott doch noch aus den ehemaligen Räumen meiner Schwester und ihrer Familie verschwindet (ich würde WIRKLICH gerne endlich umziehen können; das wäre mal ein Tapetenwechsel, im wahrsten Sinne des Wortes)…nun, der Magnet hält immerhin an der Dunstabzugshaube-_-
Ich bekam jedenfalls leider keine Tracking-Mail von der US-Post, was damit zusammenhängt, dass die US-Post eine unerträgliche Nährgrube der Inkompetenz ist, insbesondere bei internationalem Versand. Nun ist man von denen einiges an Lieferzeiten gewohnt. Wenn man in D. für eine Lieferung einen Tag braucht, in Europa vielleicht drei bis fünf braucht die Ware für den Weg von Übersee mindestens vierzehn Tage. Der Fairness halber sei erwähnt, dass ich so lange auch schon auf Lieferungen von Weltbild warten musste, als ich da noch Kunde war. Nach 27.08.+ca.vierzehn Tage wurde ich dann doch etwas nervös und schickte eine Mail an den von Burlew beauftragten Shop. Die teilten mir dann mit, dass das Buch am dreißigsten versandt worden sei und ich auch eine Trackingnummer hätte haben sollen. Freundlicherweise schickte der Shop schließlich die Nummer nach, aber wer den USPS kennt ahnt, dass mir das nicht viel weiterhalf:

Sehr informative Meldung. Zu diesem Zeitpunkt entschied ich, meinen Spielerboard-Avatar so lange in Roy Greenhilt, den Protagonisten von Order of the Stick, zu ändern, bis ich endlich mein Exemplar von War & XPs haben würde, als aufrechtes Mahnmal für alle, die vom Schicksal genötigt sind, auf die Kompetenz des internationalen Postnetzwerkes zu vertrauen.
So stand die Meldung da dann auch noch für weitere zwei Wochen und ich maulte schon in Burlews Forum herum, dass Schiff mit den Büchern für Europa muss wohl gesunken sein, weil ein Engländer dort (sei gegrüßt, spaceLem!) mit dem gleichen Problem kämpfte. Wir tauschten unsere Nachrichten dort am Mittwoch und Donnerstag aus.
Heute erhob ich mich erst nachmittags aus dem Bett. Ich hatte angesichts meiner KRankheit (Kopfschmerzen, Hustere und vor allem fiese Schluck-und Halsbeschwerden seit Sonntag) gleich Montag für den Freitag Urlaub beantragt, um ausschlafen und schwitzen zu können. Auch sollte bis spätestens Freitag der idiotische Elektromann die Umwälzpumpe für die Heizung installiert und somit das Haus wieder heizbar gemachth haben. Ich kroch also Donnerstagnacht ins Bett und schlief schwitzend, weil eingepackt in Schal und Pulli, bis heute Nachmittag durch. Das, gepaart mit meinen erstaunlich effizienten Tonsiotren H-Lutschtabletten hat meine Mandeln wohl wirklich weitgehend zur Räson gebracht; kann beides sehr empfehlen, denn es geht mir heute doch um einiges besser im Hals.
Nun, jedenfalls stand ich erst heute Nachtmittag auf und stierte zum Briefkasten, unter dem sich nicht einmal meine Zeitung fand. Murrend ging ich Klo und Bad besuchen und dann, durchaus bekleidet, nach unten, wo Kaffeeduft zu erschnüffeln war, gepaart mit frischem Kuchen und dem Krach des Sohnes meiner jüngeren Schwester, der mit seiner Mutter gerade am Tisch saß. Während ich noch auf dem Weg war kam tatsächlich die Post angefahren. Normalerweise kommt sie spätestens um zehn aber die heute verantwortliche Briefträgerin ist eine hypochondische Träne, um es nett auszudrücken. Vorher war zudem der Elektromann dagewesen und hatte die Heizung in Ordnung gebracht. Meine Anlage freilich hatte er auch nach zwei Jahren noch nicht dabei, ließ mir aber ausrichten, er brächte sie demnächst zurück, die Reperatur wäre mich aber eh zu teuer gekommen. Ich meine, die CDlade hakt; kann das so ein großes Problem sein? Außerdem hängt nun schon seit 24 Monaten eine CD von den Housemartins im Laufwerk, vielleicht verklebt oder sonstwas. Braucht man dafür ZWEI JAHRE?
Naja, zurück zur Postfrau, die ein recht mitgenommenes, von der deutschen Post neu verpacktes Päckchen dabeihatte. Offenbar hatte der Shop die Wahrheit gesagt als behauptet wurde, das Buch sei am 30sten rausgegangen. Nur scheinbar war die US-Post einmal mehr nicht in der Lage (oder Willens), eine Sendung nach Europa, bzw. Deutschland mit einem Minimum an Sorgfalt zu behandeln, weswegen zum einen die Adresse unleserlich gemacht und zum anderen der Umschlag beschädigt wurde, weswegen die hiesige Post einiges an Ermittlungsarbeit zu erledigen hatte. Glücklicherweise sind weder Buch noch Magnet von der groben Behandlung in Mitleidendenschaft gezogen worden und ich freue mich schon immens darauf, neues über den Orden zu erfahren (abgesehen von dem, was ich schon auf der Webseite gelesen habe^^).
Nun kommen wir jedoch, nach etlichen Absätzen, zum eigentlichen Problem dieses heutigen Blogs: Mein Schwur, Roy treu zu bleiben, bis ich das Buch endlich habe, ist erfüllt und ich kann ihn ersetzen. Aber ich bin garnicht sicher, ob ich das tun will.
Seit ich im SB bin hatte ich stets Locke Cole, meinen Lieblingshelden aus der Final Fantasy-Reihe (genauer aus FFVI) zu einem Avatar erhoben. Kurzfristig wurde er ersetzt durch Black Mage aus dem 8 Bit-Theater, weil meine Dateien verschütt gegangen waren. Dann blieb ich stets wieder Locke treu, zumal sich Black Mage und die anderen vier Warriors of Light aus 8BT schließlich werbewirksam in meiner Signatur befinden. Unterbrochen wurde meine Lockeloyalität nur durch UseRama, wo ich nicht in der Lage war, ob ich nun Nixon’s Head oder Zapp Brannigan zu meinem Aushängeschild machen wollte und durch das ALDI-Nord-Emblem im Rahmen von Finals ALDI-Woche.
Die Frage ist: Was nun? Soll ich zu Locke zurückkehren, lieber noch ein paar Expressionen aus OotS zeigen oder gar Black Mage aus der Versenkung wieder hervorholen? Beim Bart mochte mir abgesehen von den beiden bezaubernden Ladies niemand wirklich helfen. Vielleicht wird das diesmal anders. Als Listiors neuer Avatar kommen – vorerst – folgende Bilder in Frage:
– Locke blinzelt
– Locke plus moralischer Zeigefinger
– Locke lacht
– Locke winkt
– Locke zwinkert
Ja, mein Locke-Fundus ist groß*hüstel*
– Black Mage mit schiefem Blick
– BM wirkt Flare
– BM tanzt
– BM in seiner kurzen Periode der Herrschaft über die Hölle
– BM gibt sich seiner Lebenslüge hin
Ich habe natürlich auch ein Bild, auf dem BM sein (bei Street Fighter geklautes) Hadoken wirkt aber das ist einfach zu groß für einen Avatar^^
– Roy und Daddy
– Last der Verantwortung
– Roy Kritisch
– Roy & Celia, Anwältin, Freundin, Defacto-Witwe
– Dating a Sylphe…
Diese müssen natürlich noch verkleinert werden. Ansonsten zählt freilich auch mein momentaner Avatar zu den OotS-Bildern und ist wählbar.
Nun ist die Sache an Euch, liebe Leser. Eines dieser Bilder soll mich repräsentieren. Welches soll es werden? Ich erwarte kluge Vorschläge per Profilnachricht, PN oder im Diskussionsthread^^ Ansonsten…landen im Profil vermutlich noch ein paar Alternativen in einem Album.
Edit:
Bin nun also bei Locke geblieben. Der plötzliche Mangel an Bildern in diesem Wahlthread rührt daher, dass die unbelehrbaren Idioten vonAOL/Alice sämtlichen FTP- und Webspace der AOL-User am 31.10. mal eben gekickt haben – immerhin mit einer unglaublichen Vorwanrphase von fünf Tagen oder so. DAS sind skandalöse Verhältnisse und der Grund, weshalb ich demnächst bei T-Offline vom Regen in die Traufe zu geraten gedenke. Natürlich sind auch all meine privaten Smilies jetzt futsch.
Lisi allein zu Haus
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Jetzt mal ernsthaft, wer ist niedlicher?
Zu Beginn sehe ich mich veranlasst, darauf hinzuweisen, dass das Kürzel „Lisi“ nicht auf meinem Mist gewachsen ist. Ich weiß nicht mehr, wer mich damals damit bedacht hat aber er gehörte zu der Fraktion, die meinen Namen stets falsch, nämlich „Lisitor“, lesen. Himmel, wie albern ist denn „Lisitor“? Jedenfalls stammt das Lisi daher. Ich brauchte etwas mit zwei Silben und meinen tatsächlichen Vornamen, Carsten, finde ich einfach zu grässlich für einen Blogtitel. Okay, soviel dazu. Weiter geht’s!
Vor einigen Wochen referierte ich angesichts des bevorstehenden Umzugs meiner älteren Schwester plus Familie aus dem gemeinsamen Hause über die Beziehung, die ich zu ihr hatte; vielleicht erinnert sich jemand an „Brüderchen und Schwesterchen“? Jedenfalls ist dieser Umzug am vergangenen Wochenende weitgehend vollzogen worden. Die drei warten noch auf ihr Wohnzimmer, das wohl diesesWochenende kommen wird. Vorher kann ich meinen persönlchen Umzug aus meinen miesen Räumen in die hübscheren Räume meiner Schwester und ihrer Familie nicht in Angriff nehmen, denn vorher werden die ihren verbliebenen Mist nicht aus den Zimmern entfernen. Ein anderes Problem sind die Lampen, die mein Schwager größtenteils mitgeschleppt hat. Irgendwie muss die 500 € – Satellitenanlage wohl woanders angespart werden… Bezugsfähig ist dort insofern momentan nichts so wirklich.

Wie schon damals geschrieben, hatte ich diesen Moment lange Zeit herbeigesehnt. Wenn man 30 Jahre zusammenwohnt, die längste Zeit als Erwachsene, als Individuen, ist die Aussicht auf getrennte Wege manchmal eine sehr reizvolle. Wären die nicht gegangen, hätte letztendlich doch ich ausziehen müssen. Wenn ich noch mit Aeris liiert wäre, vermutlich hätten wir den entsprechenden Schritt schon vollzogen. Ohne diese zusätzliche Motivation ist es leider relativ unnütz für mich, woanders hinzuziehen denn erstens würde mein Geld dafür wohl nur sehr knapp ausreichen, insbesondere, wenn ich noch einen langen Arbeitsweg habe und ein Fahrzeug in Anspruch nehmen muss. Zweitens bin ich so zu Fuß nur lächerliche sieben Minuten von meinem Arbeitsplatz entfernt, was natürlich sehr günstig ist und es mir erlaubt, morgens unverschämt lange im Bett liegenzubleiben – was wiederum meine Tendenz begünstigt, nachts relativ spät ins Bett zu gehen, um wenigstens noch ein winziges bißchen vom Tage zu haben.
Unser Haus, welches unser Vater damals kollektiv allen vermacht hat (vermutlich hatte er Sorge, unsere Mutter könnte uns aus dem Hause werfen^^) ist verdammt groß. Drei Parteien können locker darin wohnen, ohne viel miteinander zutun haben zu müssen. Wenn man die ehemaligen gewerblichen Bereiche UM- und das ebenfalls riesige Dachgeschoss AUSbauen würde (wozu uns leider das entsprechende Kleingeld fehlt) könnte man inklusive Nebengebäuden vermutlich sogar sechs bis sieben Parteien unterbringen. Platz war insofern nie das Problem, nur Unabhängkeit und Privatsphäre: Die Vorstellung, gerade romantischen Spaß mit meiner Liebsten zu haben, während mein Neffe an der Tür vorbeischlurft, wirkte schon immer überaus…verwirrend auf mich. Außerdem ist meine Wohnung zwar beileibe nicht klein, ich habe zu beiden Hausseiten hin eine nette Aussicht und einen Balkon aber die Raumaufteilung speziell in meinem Wohnzimmer ist ausgesprochen ungünstig. Darüberhinaus sind die Wände nach wie vor mit romantisch gerechtfertigten Handabdrücken von Aeris und mir (und meinem Neffen*grübel*) verziert, was, wenn man verliebt ist niedlich wirkt, wenn man aber desillusioniert und weggeschmissen, bzw. wieder objektiv ist, ziemlich nervt. Zudem müsste der PVC-Bodenbelag dringend erneuert bzw. ersetzt werden. Die ehemaligen Wohnräume meiner Schwester und ihrer Mannen sind renoviert, dekoriert und haben ein paar nette, freundliche Fliesen bzw. Teppich und Laminat am Boden. Der Raum ist geräumiger, jedoch trotzdem heimeliger, hat ein bemerkenswertes Panoramafenster und sogar noch einen ordentlichen Wohnzimmerschrank. Meine Wohnsituation bessert sich insofern merklich, wenn ich rüberziehe: Ich hätte endlich ein vorzeigbares Wohnzimmer zum…nun, drin wohnen.
Das einzige Problem nun ist die Leere, insbesondere im Verhältnis zur Größe des Hauses. Der Plan sieht vor, aus drei Wohneinheiten nun zwei zu machen: Oben und unten. Bewohner werde einerseits ich sein, andererseits wird unten meine Mutter hocken. Zwei Personen in einem Haus, das für bestimmt viermal so viel Bewohner ausgelegt ist. Freilich boykottiert das auch meinen Plan, mich wirklich komplett unabhängig von der Familie zu machen; ähnlich wie damals, als mein Vater starb und Geld verdient werden musste… Die monströse Immobilie ist faktisch unverkäuflich, Umbau zum Mietobjekt wäre für uns beide viel zu teuer (und ich bin, fürchte ich, nur leidlich kreditwürdig^^ – so man denn überaupt Leute fände, die in diesem müden Kaff ohne viele Perspektiven wohnen wollten). Alleine kann ich sie das Haus auch nicht bewohnen lassen; sie könnte es finanziell kaum halten und würde vermutlich langfristig gezwungen, es für Appel&Ei zu verscherbeln. Also stecke ich erstmal wieder fest und viele Leute werden mir noch viele Jahre vorhalten können, das Hotel Mama zu bewohnen, obwohl sich die Dienstleistungen des Hotels in meinem Fall auf einen gelegentlichen Weckdienst und seltene warme Mahlzeiten beschränken (und mir das eigentlich nach wie vor noch zu viel ist).

Grundsätzlich ist es ja auch garnicht so tragisch, noch dort wohnen zu müssen. Ich habe mich mehr oder weniger bewusst familiär immer weiter ausgeklinkt. Vielleicht ist Blut dicker als Wasser aber ich halte nichts von dem Konzept, die Gegenwart eines anderen nur aufgrund der Tatsache zu tolerieren, dass man ein paar mehr gleiche Gene hat als andere. Meine Gesellschaft soll sich nicht durch das Blut an mich gebunden fühlen, sondern sie aus gewachsener Zuneigung suchen. In den Jahren seit 2005 bis 2007 habe ich mir oft ausgemalt, wie herrlich es wäre, nach dem Abzug der mich nun schon seit gut 18 Jahren malträtierenden Bagage meiner Schwester die entstandene Leere langsam aber nachhaltig mit dem eigenen, selbstgewwählten Anhang zu füllen. Bis zum 27.09.06 war ich mir trotz aller Widrigkeiten sicher, dass es sich letztendlich so entwickeln würde und ich in der Lage wäre, mein Leben mit meiner Liebsten und unserem möglichen Nachwuchs in diesen gemütlichen Räumlichkeiten genießen zu können doch dann starb diese Hoffnung abrupt und schmerzlich, mit dem Ergebnis, dass, von pragmatischen bzw. oberflächlichen Vorteilen abgesehen mich an der Vorstellung, endlich die schönere, größere Wohnung zu bekommen, eigentlich nichts mehr reizen kann. Für eine kurze Zeit wird das vermutlich genug sein aber sobald dieser Monent verflogen ist wird mir, wie ich es schon jetzt, VOR dem Umzug spüte, sehr schmerzlich bewußt sein, dass meine Situation im Leben sich noch nicht wirklich verbessert hat und dass der eine große Wunsch, die eine große Sehnsucht, mit der ich mich schon so ewig und durch so viele armselige Versuche hindurch trage, nach wie vor unerfüllt bleibt.
Eine recht üble Erkenntnis, die mir am Samstag tiefschürfend kam, als meine Schwester, Ihr Freund und Ihr Sohn endgültig (und übereifert) abgedampft waren und meine Mutter sich anschickte, für eine Woche ihre Schwägerin zu besuchen. Ich war allein zu Haus. Etwas, das ich früher immer genossen habe. Jedes Kind liebt die sturmfreie Bude und als Erwachsener, zusammengepfercht mit anderen Erwachsenen und das seit 13 Jahren ohne erwähnenswerte Pause die sich weder mich als Gesellschaft ausgesucht haben noch ich mir sie, barg dieser Zustandn oc heine zusätzliche, verführerische Süße, nämlich den unnachahmlichen Geschmack strahlender Freiheit. Doch dieser Freiheit mangelt es an Bedeutung, weil ihr die tiefe, emotionale bBindung fehlt, die das Individuum komplettiert und erst perfekt macht, nämlich die der eigenen Liebenden und Geliebten an Deiner Seite. Insofern ist es ein leerer, ein illusorischer Genuss, den man zudem noch nicht einmal mit jemandem teilen kann, der einem mehr am Herzen liegt als mein selbst und alles andere. Es sind einem Schatten, verstörende Flecken von der Seele genommen worden doch anstatt Licht und Freiheit haben sie Lücken zurückgelassen, die sie schon zuvor niemals auch nur teilweise haben verdecken können und die nun nur noch deutlicher und niederschlagender wirken, wo man sie nicht mehr durch den Ärger über die Störfaktoren ausblenden kann. „Home Alone“ hatte schon immer einen ekelhaften Beigeschmack. Nun hat er jeodch bedeutend an Tiefe gewonnen.

Nein, ich habe kein missgestaltetes Gebiss. Es handelt sich um einen Kaugummi.
Und nein, es war mir leider völlig unmöglich, ihn vorher rauszunehmen. Hatte bloß noch den einen 
Für mich nichts mehr, vielen Dank
Reicht mir schon wieder heute Morgen…erstmal quält mich seit gestern abend ein ekliges Sodbrennen, weil ich dumm genug war, anstatt etwas Richtigem McDonald’s-Zeug zu fressen. Ich vertrag das meistens nicht so gut, wenn ich lange nichts von denen hatte aber ich war zu faul zum Kochen und sonstwas, deswegen bin ich da gestern hingedüst ums heute schmerzhaft zu bereuen. Dann hatte ich mal wieder mit Einschlafproblemen zu kämpfen. Das ist schon die ganze letzte Woche so. Allgemein gehe ich spät schlafen, weil ich zumindest noch ein bißchen was vom Tag haben möchte, wenn ich schon werktags bis in die Puppen in diesem beschissenen Büro sitzen muss. Wenn ich dann aber endlich im Bett liege und aufgrund der verdammten Witterung erstmal stundenlang nicht ans Schlafen komme, ist das erst recht fatal.
Bin insofern heute arschmüde und mochte nicht aufstehen. Konsequenz: kurz nach Ultimo endlich raus aus dem Bett, dessen Kissen mal wieder pladdernass war, weil geht ja nicht anders.Physis entschweißt, Haar geduftet, Zähne geglättet, Atem entpilzt und angezogen. Die Witterung verlangt für’s Büro nach einem kurzärmligen Hemd. Bevor ich ins Büro marschieren kann, muss freilich der verdammte Hund erst nochmal raus. Schlimm genug, wenn man spät dran ist und seine elende Bettelei vor der Haustür, sobald man auch nur die Treppe nach unten betreten hat, stimmt auch nicht gerade fröhlich. Nun, Leine genommen und festgemacht, Schlüssel gegriffen und mit Mühe das hakende Türschloss geöffnet, da regnet es draußen in Strömen. Eher suboptimal, dann ein dünnes, lurzärmliges Hemd zu tragen.
Also mache ich den Köter mit Leine schnell außen am Türgriff fest (so könnte der Köter wenigstens schonmal den Baum auf der anderen Straßenseite anpinkeln) und durchwühle die Garderobe nach meiner Sommerjacke. Das elende Ding ist nicht zu finden. Zwischenzeitlich hat sich das blöde Vieh, welches ja an einer an dem Griff der offenen Tür befestigten Laufleine hängt, auf die Straße begeben um nach dem nervigen Weibchen von gegenüber zu glotzen und um nachzuprüfen, was die da drüben wohl mit all den Leitern vor dem Haus machen. Fürgewöhnlich ist die Straße nicht so stark befahren, schon garnicht morgens in der Ferienzeit. HEUTE aber rast natürlich einer von diesen urbanen Geländewagen hindurch, die die jeweiligen Eigentümer (so sie auch nur eine Sekunde lang ehrlich genug wären, sich das einzugestehen), ungefähr so dringend brauchen wie mehrere Furunkel am Hintern, lärmt rum und nimmt das blöde Vieh fast auf’s Korn, während es dumm wie Brot (oder ein Reh guckt, „kurz bevor die Augen brechen“) auf die Scheinwerfer glotzt.
Bleibt mir also nichts übrig als den Köter aus dem Weg und zurück ins Haus zu ziehen, während ich weiter nach meiner Jacke gucke, wogegen der sich natürlich wehrt. Trotzdem kriege ich ihn rein und schließe die Tür erstmal wieder, um ein paar andere Jacken aus dem Weg nehmen zu können, finde meine Jacke aber trotzdem nicht. Selbstverständlich ist im Schirmständer auch kein Regenschirm. Der Zeit sind meine Probleme egal, sie vergeht fröhlich weiter. Angesichts dessen entschließe ich mich, auf den Regen zu scheißen und will den Hund jetzt nur noch schnell entleeren, um nicht noch später zu kommen; es ist bereits fast halb neun und um neun habe ich einen Termin heute Morgen. Augen zu und durch, denke ich und will mich auf den Weg machen, doch die verdammte Tür geht nicht mehr auf. Wenn wir hier im Hause die Haustür schließen, schließen wir automatisch auch immer mit dem kleinen Knauf die Tür ab. Das hat sich fast jeder über die Jahre so antrainiert, weil der große Hund, den meine kleine Schwester dem Haushalt überlassen hat, nachdem sie zu ihrem Mann gezogen ist (und dort nun schon einen weiteren Hund eingeschläfert und inzwischen den dritten in Folge hält), dazu neigt, die Türklinke anzuspringen und wegzulaufen, wenn man ihm die Chance gibt. Er bekommt es aus irgendeinem mysteriösen Grund stets mit, wenn mal jemand nicht abschließt und nutzt die Gelegenheit trotz seines hohen Alters nach wie vor umgehend.
Nun hakt der Schlüsselknauf also wieder. Ich presse die Tür zu, ich feuchte mir die Finger an doch der Griffel klammt weiter. Ich überlege, die Zähne zu verwenden… hake dann aber doch den Griff der Laufleine ins Treppengeländer (damit „mein“ Köter das Ding nicht wieder auf die Fliesen runterzerren kann; der eine oder andere mag sich erinnern, dass so mein brandneues Handy kaputtgegangen ist letztes Jahr. Ist übrigens noch immer kaputt) und renne in die Küche auf der Suche nach einem Handtuch, mit dem ich den Knauf besser zu fassen bekomme. Damit geht’s letztendlich ein bißchen besser und die Tür endlich auf, Hurra. Also raus in den Regen, über die erste Straße, über die zweite Straße, über die Brücke den Fußweg entlang in den Eingangsbereich des Parks und dort so lange herumgelaufen, bis das eklige Viech endlich genug geschissen hat (man vergebe mir bitte die vielen Kraftausdrücke in diesem Blog). Und sowas zieht sich… Köter koten nicht auf Knopfdruck. Und wenn man sowas züchten KÖNNTE, wäre ich eher dafür, dass man deren Exkrementierungsdrang ganz weg-genexperimentiert.
Jedfenfalls schlurfte ich noch eine ganze Weile im Regen herum, bis die Sache endlich erledigt war. Kaum über die Brücke wirft sich der Hund fast schon wieder vor ein Auto und ich muß ihm den Hals und mir das ohnehin leere Portemonnaie retten, denn ich habe doch meine Zweifel, dass seine eigentliche Besitzern nach wie vor das Geld für die Hundehalterhaftpflicht bezahlt (abgesehen davon, dass ich sie mangels Adresse und sonstwas im Schadensfall eh nicht erreichen könnte). Ich will das Vieh zu Hause abliefern, es selbst will lieber im Regen bleiben, schnüffelt an der Ecke, an dieser, Steckt die Nase in die vor zehn Minuten selbst produzierte Pfütze um sich selbst besser kennenzulernen und trödelt fröhlich herum, während mein Hemd immer durchnässter wird. Schließlich schleife und scheuche ich das Tier schnellstmöglich heim, greife mir meine Wasserflasche und meine Brieftasche, versuche mehrfach vergeblich, das klemmende Haustürschloss abzuschließen bis es mir endlich gelingt und bin dann endlich auf dem Weg in mein geiles Büro, um angemault und von Papier erschlagen zu werden. Unnötig zu erwähnen, dass mein Neun-Uhr-Termin natürlich erst um halb zehn auftauchte.
Selbst ich habe schon angenehmere Montage erlebt, um es mal so zu formulieren. Mir graust vor einer Woche, die bereits so beschissen anfängt… Der Rest des Tages war bisher übrigens auch alles andere als sonderlich berauschend. Mein Leben ist aber sowas von klasse! Mir steht’s echt bis Oberkante Unterlippe.
Die Rückkehr der Kanadagänse
Eine, eine ist wieder da, wie ich gestern…nein, wir haben ja schon heute…also VORgestern auf dem Weg zur Mittagspause mehr zufällig entdeckte. Ein paar (alte, doch der Hinweis erübrigt sich wohl) Touristen beugten sich WEIIIT über die ehemalige Befestigungsmauer der Steinbrücke, die seit 1360 zum Schloss führt – in dem sich auch meine zwei Büros befinden. Man nennt es Schloss, doch bei seiner Gründung im Jahre 1344 handelte es sich tatsächlich um eine Burg, eine Befestigungsanlage, die unsere Gegend vor dem schädlichen Einfluss des Grafen von Tecklenburg schützen sollte – was sicher jeder unbedingt wissen wollte, nehme ich an.

Schloss von der großen Insel im Teich gesehen; die Steinbrücke ist auf der anderen Seite
Als die Zeiten des Krieges so langsam begannen, abzuebben, wurde die ehemalige Festungsanlage umfunktioniert zur Sommerresidenz des Osnabrücker Fürstbischofen (der den Burgbau seinerzeit auch in Auftrag gegeben hatte). Aus dieser Zeit stammt auch der Zwiebelturm, der zuvor nur ein flacher Bergfried gewesen war und die vier umliegenden turmartigen Bastionen ergänzen sollte (von denen gerade mal wieder eine halbwegs hergestllt worden ist, während die anderen drei verfaulen. Eine dient gar als Futteral für die Wurzeln eines kleinen, auf ihren einstigen Zinnen wachsenden Wäldchens). Über die Jahre und mit zunehmender Bedeutungslosigkeit des Fürstbischofstums geriet das Schloss in die Fänge eines Raubritters, der allerlei Unheil in der Gegend anzurichten pflegte. Dann kamen irgendwann der 30jährige Krieg (in dem das Kaff eine kleine Rolle spielen durfte; ein Friedensbote hatte wohl hier genächtigt und wenn ich mich recht entsinne sind ein paar Verträge auch hier unterzeichnet worden), Belagerung und Verbrennung der halben Stadt durch die Schweden

Meiner Treu, was für finst’re Gesellen, diese Schweden! Ja, SCHWEDEN. Einen dänischen Koch gibt es nur in der deutschen Version der Muppet Show. Elende Klugscheißer…
und irgendwann etwas noch Schlimmeres, nämlich die Judikative. Eine Weile fungierte das Schloss als Amtsgericht und der Richter, der es auch bewohnte, hatte, wie alten Bildern wunderbar zu entnehmen ist, im heutigen Bürgerpark einen wahrhaftig bildschönen und riesigen Garten. Bei der Umwandlung von Burg zu Schloss wurden damals schließlich auch die Schutzwälle abgebrochen und die mehrschichtigen Burggräben zu einem Wasserlauf zusammengefasst, um den jetzigen die Schlossinsel umschmeichelnden Teich anzulegen. Dort siedelte sich alsbald allerlei Schwimmgetier an; Enten freilich, Schwäne, fette Fische (die zu angeln durch mehrere Schilder in russischer und deutscher Sprache heute ausdrücklich verboten ist) Fischreiher, Wasserhünchen und neben anderen Gänsen auch besagte Kanadagänse.
Mir ist schon bewusst, dass die Viecher optisch nicht viel hermachen…und man sieht sie ja auch nicht gerade selten. Hier vor Ort allerdings hat man sehr lange keine Kanadagans mehr auf dem Teich gesehen und der Grund dafür sind überaggressive Schwäne. Noch vor einigen Jahren flanierte über Ufer und Böschungen (und manchmal auch die Hauptstraße) ein männlicher weißer Höckerschwan. Das Tier war eines der letzten aus der Zeit, als es hier in F. noch umfassende Wasservogelpopulationen auf dem Teich gegeben hat. Neben dem nach wie vor ordentlichen Entenbestand (wobei die auch weggefangen und anscheinend gegessen werden) hatte es trotzdem lange Zeit nur das eine weiße Schwanenpärchen gegeben. Es gelang den Tieren nicht, mit ihrer Brut erfolgreich zu sein, weil die Eier, die sie wegen der peinlichen Unzugänglichkeit der vorgesehenen Brutinseln am Ufer legten, von Idioten und ihren Tieren (oder andersherum) geraubt oder zerstört wurden.

Erster Wurf des neuen Paares in 2006. Der ältere Herr ist mir nicht bekannt, ebenso wenig sein aktueller Lebenstatus.
Irgendwann setzten die Schwäne sich zur Wehr, mit dem Ergebnis, dass eines Morgens das Weibchen totgeschlagen am Wasser gefunden wurde, während das Männchen sie und das zerstörte Nest wild entschlossen verteidigte. Seit dem Verlust seines Weibchens machte das Männchen sich regelmäßig auf die Suche nach ihm, konnte es aber natürlich nicht finden und weitere sein Suchgebiet deshalb immer weiter aus. Auch wurde der Schwan immer aggressiver, so, dass er letztendlich nicht mehr haltbar für die Stadt war. Anfangs versuchte man ihn durch ein neues Weibchen zu besänftigen aber auch mit ihr gab es keine weiteren Bruterfolge. Noch schlimmer: Auch dieses Weibchen wurde eines Nachts das Opfer von durchgedrehten Schwachköpfen. Letztendlich wurde das wildgewordenen Männchen an eine Schwanenfarm abgegeben und im Gegenzug wurden neue Schwäne beschafft; ein weißes Päärchen und ein Paar sogenannter Trauerschwäne.

Doch diese beiden Arten vertrugen sich nicht sonderlich; das weiße Männchen griff unentwegt das schwarze Männchen an. Eines Tages war der Angriff so heftig, dass das knapp entkommene Männchen sich im Gebüsch unter meinem Bürofenster verkroch und ich mich stundenlang fragte, was da so jämmerlich vor sich hinquiekte. Schließlich wurden die schwarzen Schwäne auf ein großes Regenrückhaltebecken verfrachtet, wo sie nun unter der besonderen Obhut des wichtigtuerischen neuen Bürgermeisters, eines ehemaligen Bundeswehrhauptmanns mit entsprechenden Umgangsformen (nein, ich mag ihn wirklich nicht), standen. Dort sollen sie gut Fuß gefasst und tatsächlich Nachwuchs erhalten haben. Doch die weißen Höckerschwäne waren um ein wesentliches aktiver als die dunklen Vögel. Seit ihrer Ansiedelung haben sie jedes Jahr ein volles Gelege und glücklicherweise und auch durch besonderen Schutz der Stadt und insbesondere eines sehr engagierten Bauhofmitarbeiters überleben die meisten Küken, wobei schon allein der aufmerksam hinschauenden Tierschutzvereine wegen freilich nur der schädliche Einfluss durch den Menschen abgemildert wird, um die natürliche Auslese nicht zu behindern.

Aktueller Wurf der Höckerschwäne auf dem Schlossteich
Wie kam ich jetzt auf die Schwäne? Achja, richtig, die Kanadagans. Man mag sich fragen, was ich für ein Interesse an der Wasservogelpopulation in meinem nicht sehr geliebten Heimatkaff habe. Auch andere Menschen in diesem, meinem Kaff können sich erfreulicherweise heutzutage anderen Problemen widmen als Kriegen, Raubrittern und blödsinnigem Vogelmord (siehe weiter unten). Nun, einerseits bin ich ein großer Vogelfreund. Dank des verdammten Hundes kann ich zwar selbst keine halten (und eigentlich widerstrebt mir das trotz aller Freude, die ein exotisches Gefiedergemisch im Hinterhof einem bereiten kann auch ziemlich; Vögel gehören möglichst nicht in Käfige) aber ich höre und sehe sie trotzdem gerne. Außerdem habe ich bestimmt schon oft den genialen [/url=http://de.wikipedia.org/wiki/Beo]Beo[/url] erwähnt, den meine Familie eine Weile hatte, der sprechen und singen und pfeifen konnte, dass einem die Ohren schmerzten. Schwäne und dergleichen sind zwar nicht unbedingt meine Lieblinge am Himmel und im Wasser aber trotzdem rühren die Wasservögel auf dem Schlossteich etwas in mir an. Der Grund dafür ist wie so vieles in der Kindheit zu suchen.

Nach Krieg, Brand, Tod und Vogelabzug folgten modernere kleinstädtische Sorgen. Trotzdem…niedlich oder?*G*
Meine Grundschule, heute ein Ärztehaus mit Apotheke, stand direkt am Wasser des Teiches gegenüber der oben erwähnten erhaltenen Bastion. Als relativ einsames Kind, das ich war, stand ich in traurigen Pausen nicht selten hinter dem Zaun direkt am Ufer, sah den Enten, Gänsen und Schwänen bei ihrem täglichen Geschäft zu und fühlte mich einigermaßen geborgen und unterhalten. Irgendwann begann ich den Tieren sogar Namen zu geben (nicht, dass ich tatsächlich sie hätte auseinanderhalten können aber so konnte ich mir Geschichten über sie ausdenken) was ein ehemaliger Mitschüler (Schulkollege, Schulkamerad oder Schulfreund sind weitaus zu schöne und freundliche Wort, um dieses saublöde Arschloch zu umschreiben) seinerzeit von mir brühwarm erzählt bekam und womit er erbärmlicherweise noch heute versucht, mich aufzuziehen, weil er schlichtweg nichts begriffen hat seit wir sechs Jahre alt waren, sich selbst eingeschlossen. Damals jedenfalls war der Teich noch voll von Wasservögeln und auch die Kanadagänse waren noch in solider Zahl vorhanden.

Steinbrücke zum Schloss mit Blick auf die, äh, belebte Innenstadt. Der Daumen gehört mir, die Dame mit dem Hund ist mir ebenfalls unbekannt. Da das Photo jedoch erst heute entstand, dürfte sie zumindest noch leben, wie auch ihr Hund.
Mit jedem Jahr wurden es jedoch weniger und weniger Vögel. Während zu meiner Grundschulzeit bis zum Schluss noch allerlei Gewimmel auf dem Teich war, nahm die Zahl der Tiere trotzdem mit jedem Jahr immer weiter ab. Bis vor vielleicht drei Jahren waren kaum noch 20 Enten auf dem Teich zu finden, keinerlei Gänse mehr und nur das eine Schwanenmännchen auf der verzweifelten Suche nach seiner Partnerin. Durch die Neuansiedelung der Schwäne 2006 wurden jedoch plötzlich weitere Wassertiere angelockt, die F. vermutlich ebenso wie ich zuvor nur als Ort wahrgenommen hatten, den man zum Sterben aufsucht. Zwar ist das bei den Tieren der Sorte Mensch nach wie vor der Fall, Wassertiere jedoch fühlen sich langsam wieder heimisch. Vermutlich, weil durch den Schwanenschutz letztendlich doch auch so mancher Räuber abgeschreckt wird und es kaum noch zu Störungen durch Menschen kommt. Angeblich findet sich im Teich inzwischen sogar eine ausgesetzte Schmuckschildkröte und wächst ins unermessliche. Persönlich entdecke ich immer nur Bisamratten auf meinen Hundetouren. Aber es gibt erstaunlich viele Schwäne, wieder wesentlich mehr Entchen, mehr Wasserhühnchen (was vermutlich nicht der korrekte Name dieser Art ist aber sei’s drum), mindestens einen Fischreiher und seit Vorgestern eine Kanadagans.

Schloss im auch hier immer seltener werdenden Winter
Es gibt wenig Dinge aus meiner Kinderzeit, an die mich gerne zurückerinnere aber die Wasservögel auf dem Teich und ihr Mitgeviech gehören eindeutig dazu. Für mich stellten sie immer eine Oase der Ruhe und des Friedens dar, ein Symbol dafür, was eigentlich Natur, Leben und Koexistenz bedeuten und ich werde sie immer als Ort in Erinnerung behalten, an den ich mich flüchten konnte, wenn ich mich in der Schule mal wieder garnicht wohlfühlen konnte. Es war traurig für mich, als ich die Grundschule und diesen kleinen Ort merkwürdigen, vielleicht aus der Sicht mancher Leser armseligen Friedens verlassen musste um auf die Gesamtschule zu wechseln. Die hatte auch einen Teich im Rahmen eines Biotops aber der war winzig und natürlich nicht so mit Leben erfüllt wie mein gewohnter Teich. Jedenfalls nicht mit der Sorte Leben, die mit dem bloßen Auge sichtbar ist. Wenn es darum ging, Ein- und kleine Mehrzeller per Mikroskop zu beobachten, eignete sich der Biotopteich aufs Wunderbarste. Aber für einen einsamen kleinen Jungen war da nicht viel zu holen. Umso besser war es da, dass ich aber der fünften nicht mehr so sehr mit Einsamkeit und Unglücklichkeit zu kämpfen hatte und über einige Freundinnen und Freunde wie auch über ein gewisses Ansehen verfügte, die mich davor bewahrten, den Einzellern Namen geben zu müssen und dafür (dann vielleicht auch zurecht) von meinem auch damals in der Gesamtschule leider noch vorhandenen ätzenden Mitschüler heute noch aufgezogen zu werden.

Trotzdem habe ich mir seit Jahr und Tag eine gewisse Faszination für das Wasser erhalten. Vielleicht liegt der Grund dafür auch mal wieder in meiner Kindheit zu suchen, weil wir zu der Zeit oft mit meiner Mutter an der Nordsee in gruseligen Campingsiedlungen Urlaub machten, während mein Vater aufgrund der ungebrochenen Strenge der bereits erwähnten Oma Aeytsch zu Hause bleiben und Getier töten musste. Camping ist etwas, das ich heute kaum bis keinesfalls mehr machen würde, jedenfalls nicht im Mietanhänger auf irgendwelchen offiziellen Campingplätzen. Durch’s Land zu ziehen und seine Zelte ganz nach Lust irgendwo aufzuschlagen hat noch immer einen gewaltigen Reiz für mich aber ich ziehe dann wirklich eher das Zelt vor, keinen Campinganhänger, kein gruseliges Wohnmobil.
Mich fasziniert die Freiheit und Weite des Meeres, die Möglichkeit, sich nur mit der Kraft des Windes fortzubewegen, die raue Natur auf See und der ebenbürtige Kampf mit ihr. Sicherlich ist vieles davon romantische Illusion und heutzutage ebenso wenig wahr wie früher, als ein Leben auf See gleichbedeutend mit Lebensgefahr war, die Arbeit an Bord wahre Knochenquälerei, die Heuer winzig aber doch hoch genug, um reizvoll für jemanden zu sein, der eine Familie durchbringen musste, die Matrosen grob und nicht unbedingt kultiviert und das Überleben an Deck ebenso riskant wie die Fahrt an sich. Trotzdem zieht mich das Meer mit einer Magie an, die ich kaum begreifen und fassen kann. Ich erinnere mich bruchstückhaft an meine kindlichen Urlaubsreisen, wenn weit am Horizont ein Frachter auf Fahrt irgendwo hin war und ich ihn in der aufbrausenden See oder im goldenen Sonnenschein dahinziehen sehen konnte. Solche Bilder prägen sich ein und sie lassen einen fühlen, sich erinnern, assoziieren. Ich kann heute noch kein Bild von einem Meereshorizont mit graublauem Himmel und schwebenden Wolkengebirgen sehen, ohne nicht sehnsuchtsvoll aufzuseufzen.

Ich selbst war lange nicht mehr am Wasser. Wobei der kurze Aufenthalt an der Themse letztes Jahr, wo diese beiden Handyphotos entstanden sind

schon mal wieder sehr gut war, um ausgelutschte Batterien wieder aufzuladen. Ich hätte dort stundenlang sitzen und dünnes Bier schlabbern können aber unser Englischdozent hatte es ja so eilig… Leider mangelte es mir damals wie so oft an den notwendigen Finanzen, um ein paar Mitbringsel zu organisieren. Meiner Mutter mangelt es zwar auch an Kleingeld aber trotzdem hat sie es geschafft, ihren drei liebenswerten Kindern und zwei Enkelkindern etwas nettes vom Strand mitzubringen, als sie dort zusammen mit einer Dame, die ich, obwohl sie mir nach wie vor sehr zugetan sein soll und ich auch schon einige schöne Tage als Gast bei ihr und ihrem ersten verstorbenen Mann verbringen durfte, als ich noch klein war, nur als gebrechlich bezeichnen kann. An Körper eindeutig, und, wie ich manchmal fürchte, inzwischen auch zumindest ein wenig an Geist, was traurig ist. Jedenfalls zog sie mal wieder an den Strand von Dangast, wo meine kürzlich so abscheulich von ihrem Sohn getöteten Verwandten einen Wohnwagen angemietet hatten und untervermieteten, um ein bisschen Geld zu verdienen. Früher hatte sie oft in diesem Wohnwagen gewohnt, mit einer Freundin und meinen älteren Neffen. Doch den Wagen gibt es nicht mehr, ebenso wenig wie seine Besitzer. Die alte Dame hätte allerdings eh wohl kaum in so einem Ding wohnen können, also zogen die beiden in ein günstiges Hotel.
Meine Mutter weiß natürlich von meiner Wasserbesessenheit und sie weiß auch, vermutlich besser als die meisten anderen, meine Exfreundin ausgeschlossen, wie kindlich ich mehr oder weniger tief im Gemüt noch sein kann. Aber hey, wenn man es nicht gewohnt ist und als Kind nun auch nicht gerade verwöhnt wurde, wer würde sich da nicht über ein Geschenk von seiner Mutter freuen? Sie brachte mir etwas ausgesprochen Nützliches mit. Ich hatte freilich auch ihr gegenüber meine Begeisterung kundgetan, endlich mit einem Schlüssel für die Außentür des Schlosses bedacht worden zu sein und infolgedessen brachte sie mir etwas mit, das ich lange nicht gehabt hatte:

Einen Schlüsselanhänger in Form eines freundlichen Wals. Ich kann mir vorstellenm wie so mancher jetzt die Augen verdreht oder eine gewisse Belustigung nicht unterdrücken kann aber ich habe mich wirklich schon lange nicht mehr so über etwas gefreut, nimmt man vielleicht das Päckchen Black Stories aus, das mir laverne nicht ganz uneigennützig zu meiner bestandenen Prüfung geschenkt hat. Ich mag meinen Wal, ich finde ihn sympathisch und sein Anblick entlockt mir ein Lächeln. Bedenklich ist dabei nur eins und das stimmt mich nicht gerade rosig auf meine Zukunft ein: Das letzte Mal hatte mir Aeris Strife einen Schlüsselanhänger geschenkt. Eigentlich war es ein Amulett, welches man an einer dünnen Kette um den Hals tragen sollte, in Form der Gunblade von Squall Leonhart aus Final Fantasy VIII

Ja, ich bin ein nerdiger Fanboy. Und Aeris ist es zumindest damals auch noch gewesen, weswegen ich ihr Rinoas Kette mit Ring und einen Ring für den Finger geschenkt hatte. Nur damit Ihr, dass ich nicht der einzige Verrückte in der Beziehung war.
Ich hatte von ihr aber auch Squalls Kette mit dem Sleeping Lion-Anhänger bekommen und die trug ich schon länger und etwas lieber und außerdem hätte die Blade nicht an die Kette gepasst. Deswegen nutzte ich sie viele Jahre als Schlüsselanhänger, der ständig Löcher in meine Manteltaschen bohrte, die ich jedoch als Gaben der Liebe gefälligst hinnahm*G* Eines Tages jedoch brach das Heft der kleinen Gunblade und ich verlor das gute Stück unwiederfindlich. Seitdem habe ich keinen Schlüsselanhänger mehr benutzt, selbst den hervorragenden schottischen König mit dem Top – Daumen nicht, den ich mal beim Jule Club bekommen hatte. Nun aber habe ich wieder einen, in Form eines freundlichen Wals, geschenkt von meiner Mutter und ich mag ihn sehr. Trotzdem fühlt sich diese Sache verdächtig nach einem sehr, sehr traurigen Rückschritt an und der Gedanke schafft es immer wieder, mir die Freude an meinem ersten Mitbringsel seit Jahren zu verderben. Wer das ebenfalls traurig findet, darf mir gern ein großes, süffiges Bier ausgeben, wenn er mich mal trifft. Am liebsten irgendwo am Wasser oder auf einem schlanken Schiff…*träum*

Melancholiebildnis mit halbwegs sichtbarer Squallkette. Ich habe sie noch; sie hängt an einem vor Jahren irgendwo geklauten Rückspiegel in meinem Schlafzimmer an einem Regal